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Startpartition von Windows XP kopieren
Viele User haben schon die Erfahrung gemacht: Was mit DOS, Windows 9x, NT4 und 2000 noch einwandfrei funktioniert hat, nämlich das Kopieren der kompletten Startpartition (normalerweise Laufwerk C:) auf eine neue Festplatte, wird mit Windows XP zu einem richtigen Akt.

Wenn man die Partition mit PowerQuest Partition Magic, Drive Image, Norton Ghost oder sonst was kopiert hat und dann den PC von der neuen Platte booten will, bleibt dieser in sehr vielen Fällen beim Startbildschirm von Windows XP hängen. Auch der "Abgesicherte Modus" funktionert dann nicht.

Wenn man nun die alte Festplatte zusätzlich zu der neuen in den PC einbaut, aber weiterhin von der neuen bootet, klappts plötzlich wieder.

Warum gibt es diesen Effekt?

Im Prinzip ist das ganz einfach: Windows NT arbeitet intern nicht mehr mit den alten DOS-Laufwerksbuchstaben, sondern greift mit Hilfe einer Art ID auf die Partionen zu. Und anhand dieser ID ordnet NT dann die DOS-Laufwerksbuchstaben zu (deswegen kann man die unter NT auch relativ frei vergeben). √Ąhnelt etwas dem Linux-Prinzip der Mountpoints.

Jedenfalls berechnet Windows XP diese ID anders als das noch Windows 2000 gemacht hat. Anscheinend "errechnet" Windows XP diese ID unter Einbeziehung der Festplatte selber, evtl. √ľber den Namen , der Seriennummer oder √ľber die Gr√∂√üe. Das genaue Verfahren ist mir leider nicht bekannt, ich habe diesbez√ľglich auch keine Informationen im Internet gefunden (falls jemand n√§heres weiss, bitte eine email schreiben!), es ist allerdings f√ľr das weitere Vorgehen ohne Relevanz.
Dieses Verhalten von Windows XP hat zur Folge, dass eine Partition auf einer neuen Festplatte pl√∂tzlich eine neue ID bekommt, w√§hrend diese unter NT4 und 2000 unver√§ndert blieb. Da diese ID dem System noch nicht bekannt ist, weist XP dann dieser automatisch den n√§chsten noch nicht vergebenen Laufwerksbuchstaben zu. Das passiert nat√ľrlich auch bei anderen Partitionen, nicht nur bei der Start-Partition!

Beispiel:
C: (Start-Partition auf alter HDD)
D: (CD-ROM)
E: (CD-RW)

Die Start-Partition wird auf einer neuen Festplatte dann zu F: (falls F: vorher noch nicht vergeben wurde).

Und dieser Effekt ist jetzt die Krux an der ganzen Sache: W√§hrend Windows XP selber ohne Probleme mit dieser √Ąnderung zurechtkommt (es benutzt ja intern keine Laufwerksbuchstaben mehr), scheitert daran jegliche Anwendungssoftware.
Wenn man Windows XP direkt nach der Installation auf eine neue Festplatte kopiert, funktioniert das Starten √ľbrigens reibungslos. Einziger ‚ÄúNachteil‚ÄĚ ist dann, dass es dann kein Laufwerk C mehr gibt. Aber sobald die erste Anwendung installiert wurde, die dann in der Registry Eintr√§ge vornimmt und dann irgendwelche Daten von C:\irgendwas\ geladen werden sollen, h√§ngt Windows beim starten.

Wenn man die alte Festplatte mit der gleichen Partiton wieder anschlie√üt, klappt es wieder, da dann die alte Startpartition auf der alten Festplatte wieder anhand der ID zum Laufwerk C: wird. Da auf diesem Laufwerk ja alle relevanten Daten sind, die gelesen werden m√ľssen, funktioniert der Start von Windows wieder reibungslos.

Soweit so gut, aber wie bringt man XP jetzt bei, zuk√ľnftig die Startpartition auf der neuen HDD als Laufwerk C: anzusprechen? Erster Gedanke k√∂nnte jetzt sein, den Laufwerksbuchstaben in der Datentr√§gerverwaltung (Systemsteuerung / Verwaltung / Computerverwaltung) zu √§ndern. Aber nein, das w√§re zu einfach! Windows XP verweigert dieses Vorgehen:




Wie ändere ich die Laufwerkszuordnung dann?

Praktischerweise findet sich in der Registry unter dem Schl√ľssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices eine Auflistung, welcher DOS-Lufwerksbuchstabe welcher ID zugeordnet ist. Diese Eintr√§ge lauten z.B. \DosDevices\C: und dahinter dann die ID.




Findige Leute haben jetzt vielleicht schon die Lösung gefunden: Man muss einfach die ID vom Laufwerk C: mit der ID des neuen Laufwerks (im oberen Beispiel dann F:) vertauschen bzw. umändern.

Achtung: Falls es noch einen Schl√ľssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices1 geben sollte, dann dort die gleichen √Ąnderungen durchf√ľhren. Das gilt nat√ľrlich auch f√ľr andere, falls es noch mehr MountedDevices-Schl√ľssel geben sollte.

Beim nächsten Neustart sind dann die zwei Laufwerksbuchstaben vertauscht, so dass die alte Zuordnung Startpartition = Laufwerk C: wieder stimmt und Windows XP auch ohne die alte Festplatte wieder ordnungsgemäß bootet.


Jetzt noch eine kleine Zusammenfassung:
  • Partition mit PowerQuest Partition Magic, Norton Ghost oder √§hnlichem kopieren
  • PC so umkonfigurieren oder umbauen, dass von der neuen Festplatte gebootet wird, die alte aber noch angeschlossen ist.
  • Im Explorer nachschauen, welchen Buchstaben die Startpartition auf der neuen Festplatte bekommen hat.
  • Der Regitrierungseditor (regedit) starten und den Schl√ľssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices √∂ffnen.
  • Dort dann die ID von \DosDevices\C: mit der ID von \DosDevices\[?]: ([?] = Laufwerksbuchstabe der Startpartition auf der neuen Festplatte) tauschen (am besten aufschreiben). Unbedingt die richtigen Werte √ľbertragen!
  • PC runterfahren, evtl. die alte HDD abschlie√üen
  • Mit dem n√§chsten Neustart passen die Laufwerksbuchstaben wieder und Windows XP startet odnungsgem√§√ü.

Hinweis:
W√§hrend der gesamten Prozedur (also dem √Ąndern der ID-Zuordnung in der Registry) wird nicht auf die alte Startpartition geschrieben, da XP die Registry nat√ľrlich unabh√§ngig von Laufwerksbuchstaben nur auf der neuen Startpartition √§ndert!
Das hei√üt im Klartext, dass man die alte Partition einfach nochmal neu kopieren kann falls einem bei der √Ąnderungs-Prozedur ein Fehler unterlaufen ist (zB IDs falsch kopiert o.√§.). Man ist also relativ sicher, was Fehler anbelangt!

Trotzdem gilt hier nat√ľrlich: Jegliche Anwendung der Anleitung geschieht auf eigenes Risiko, wir haften nicht f√ľr evtl. auftretende Sch√§den!
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 Startpartition von Windows XP ...
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 verfasst von Stefan
 Donnerstag - 02.09.2004 - 10:38 Uhr
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